ku klux klan

1. EINLEITUNG  Ku Klux Klan, terroristische Geheimorganisation, die in den Südstaaten der USA in der Zeit der Reconstruction nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg entstand und im 20. Jahrhundert wieder belebt wurde. Der erste Klan wurde am 24. Dezember 1865 in Pulaski (Tennessee) von sechs ehemaligen Armeeoffizieren der Konföderation gegründet. Der Name der Organisation leitet sich aus dem griechischen Wort kyklos („Kreis" her. Der Ku Klux Klan begann als gesellige Vereinigung, richtete seine Aktivitäten jedoch bald gegen die republikanischen Reconstruction-Regierungen und ihre Führer, schwarze wie weiße, die 1867 in den Südstaaten an die Macht kamen., terroristische Geheimorganisation, die in den Südstaaten der USA in der Zeit der Reconstruction nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg entstand und im 20. Jahrhundert wieder belebt wurde. Der erste Klan wurde am 24. Dezember 1865 in Pulaski (Tennessee) von sechs ehemaligen Armeeoffizieren der Konföderation gegründet. Der Name der Organisation leitet sich aus dem griechischen Wort („Kreis" her. Der Ku Klux Klan begann als gesellige Vereinigung, richtete seine Aktivitäten jedoch bald gegen die republikanischen Reconstruction-Regierungen und ihre Führer, schwarze wie weiße, die 1867 in den Südstaaten an die Macht kamen.


2. ZIELE UND TAKTIKEN  
Die Klanmitglieder sahen in den Regierungen der Reconstruction ihre Feinde und Unterdrücker. Außerdem waren sie der Überzeugung, dass die Schwarzen von Natur aus den Weißen unterlegen seien, und beobachteten daher voller Misstrauen und Ablehnung, dass ehemalige Sklaven zu gleichberechtigten Staatsbürgern wurden, die sogar schon politische Macht ausübten. So entwickelte sich der Klan zu einer illegalen Organisation, die sich der Bekämpfung der Reconstruction-Regierungen von North und South Carolina bis nach Arkansas verschrieben hatte. Die Klanmitglieder kleideten sich in Roben oder Tücher, maskierten sich und trugen spitze Kapuzen. Sie terrorisierten Beamte, um sie aus ihren Ämtern zu drängen, und Schwarze, um sie daran zu hindern, zur Wahl zu gehen, ein Amt einzunehmen oder in anderer Weise von ihren neu erworbenen politischen Rechten Gebrauch zu machen. Es war bei den Klanmitgliedern üblich, Kreuze auf Anhöhen und in der Nähe der Häuser derer zu verbrennen, die sie ängstigen wollten. Wenn solche Taktiken nicht die erwünschte Wirkung zeigten, peitschten sie ihre Opfer aus, verstümmelten oder ermordeten sie. Der Klan rechtfertigte solche Aktivitäten als notwendige Maßnahmen zur Verteidigung der weißen Vorherrschaft und zum Schutz der weißen Frauen.

Eine geheime Versammlung der Klanmitglieder 1867 in Nashville (Tennessee) verabschiedete die Grundsätze der Organisation: Sie bekundeten ihre Loyalität gegenüber der Verfassung der Vereinigten Staaten und der Regierung, und sie betonten die Entschlossenheit des Klans, „die Schwachen, die Unschuldigen und die Wehrlosen zu schützen...; den Geschädigten und Unterdrückten zu helfen; den Leidenden beizustehen". Die Versammlung gab dem Klan die Bezeichnung „Unsichtbares Reich" (Invisible Empire) und stellte an seine Spitze den „Großen Hexenmeister des Reiches" (Grand Wizard of the Empire), der den Klan praktisch autokratisch beherrschte und dem zehn Geister (Genii) zur Seite standen. Weitere wichtige Posten innerhalb des streng hierarchisch gegliederten Klans waren der „Große Drachen des Reiches" (Grand Dragon of the Realm), dem acht Hydren assistierten, der „Große Titan des Dominions" (Grand Titan of the Dominion), unterstützt von sechs Furien, und der „Große Zyklop der Höhle" (Grand Cyclops of the Den) mit seinen zwei „Nachteulen" (Nighthawks).

Von 1868 bis 1870, während die Besatzungstruppen des Bundes aus den Südstaaten abgezogen und radikale Regimes durch demokratische Regierungen ersetzt wurden, kam der Klan zunehmend unter den Einfluss von radikalen Elementen aus der Bevölkerung. Die lokalen Organisationen, Klaverns genannt, wurden dermaßen unkontrollierbar und gewalttätig, dass der Große Hexenmeister, der ehemalige General Nathan B. Forrest, 1869 den Klan offiziell auflöste. Die Klaverns jedoch operierten auf eigene Faust weiter. 1871 erließ der Kongress ein Gesetz, das Force Bill, um den 14. Zusatzartikel der US-Verfassung in Kraft zu setzen, der die Rechte aller Bürger garantierte. Im gleichen Jahr veröffentlichte Präsident Ulysses S. Grant eine Erklärung, in der er die Mitglieder illegaler Organisationen aufforderte, die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen; daraufhin wurden Hunderte von Klanmitgliedern festgenommen. Die verbliebenen Klaverns verschwanden allmählich, als die politische und soziale Unterordnung der Schwarzen wieder fest etabliert war.

3. INVISIBLE EMPIRE (UNSICHTBARES REICH), KNIGHTS OF THE KU KLUX KLAN (RITTER DES KU KLUX KLAN)  
Name, Rituale und ein Teil des Gedankengutes des ursprünglichen Klans wurden von einer neuen Bruderorganisation übernommen, die 1915 der ehemalige Prediger Oberst William Simmons in Georgia gründete. Der offizielle Name der neuen Gesellschaft war Invisible Empire, Knights of the Ku Klux Klan („Unsichtbares Reich, Ritter des Ku Klux Klan". Alle einheimischen, weißen, protestantischen Männer ab 16 Jahren konnten Mitglied werden. Schwarze und Katholiken waren ausgeschlossen und wurden zunehmend zum Ziel der Diffamierung und Verfolgung durch den Klan. Bis 1920 hatte die Gesellschaft wenig Einfluss. Nach dem 1. Weltkrieg, in einer Zeit wachsender wirtschaftlicher Probleme und politischer und sozialer Unruhen, stieg die Mitgliederzahl des Klans vor allem in Städten rasant an. Der Klan entwickelte in vielen Staaten Aktivitäten, insbesondere in Colorado, Oregon, Kansas, Oklahoma, Texas, Alabama, Georgia, Illinois, Indiana, Ohio, Pennsylvania und New Jersey. Der Klan predigte überall vehement die weiße Überlegenheit, konzentrierte seine Angriffe aber außerdem auf alles, was er als fremd und als Außenseiter ansah. Er attackierte besonders die katholische Kirche, da sie nach Auffassung des Klans die traditionellen amerikanischen Werte bedrohte. Alle Nichtprotestanten, Fremden, Liberalen, Gewerkschafter und streikenden Arbeiter wurden als subversiv gebrandmarkt.

Wie sein Vorgänger stellte auch der zweite Klan brennende Kreuze auf, um seine Opfer zu ängstigen. Maskierte Klanmitglieder marschierten durch die Straßen einiger Gemeinden mit Plakaten, auf denen bestimmten Personen Strafen angedroht und andere aufgefordert wurden, die Stadt zu verlassen. Viele wurden vom Klan entführt, ausgepeitscht und verstümmelt; etliche wurden sogar umgebracht. Nur wenige Klanmitglieder wurden vor Gericht gestellt, und in manchen Gemeinden waren lokale Beamte sogar ihre Helfershelfer.

Enthüllungen in der Presse über die Verbrechen des Klans und über Korruption und Unmoral in seiner Führung veranlassten 1921 eine Untersuchung durch den Kongress, woraufhin der Klan eine Zeit lang seine Taktik änderte. Nach 1921 erlebte er einen großen Zustrom an Mitgliedern und wurde landesweit politisch einflussreich. 1924, auf dem Höhepunkt seiner Macht, hatte der Klan schätzungsweise drei Millionen Mitglieder.


Mitte der zwanziger Jahre brachten unfähige Führer, Streit, Unmoral und Gewalttätigkeit den Klan schwer in Verruf, und der politische Widerstand gegen den Klan nahm zu. Bis 1929 war der Klan auf ein paar tausend Mitglieder geschrumpft. Während der Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre blieb der Ku Klux Klan in kleinem Umfang aktiv, besonders gegen Gewerkschaftsfunktionäre im Süden. Er bedrohte auch Schwarze, sofern sie versuchen sollten, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. 1940 veranstaltete der Klan zusammen mit dem Deutsch-Amerikanischen Bund, einer zum Teil von der nationalsozialistischen Regierung Deutschlands finanzierten Organisation, eine Massenversammlung bei Camp Nordland in New Jersey.

Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den 2. Weltkrieg schränkte der Klan seine Aktivitäten ein. 1944 konnte er seine Steuerschuld nicht begleichen und löste sich formell auf. Nach dem Krieg nahm der Klan seine Aktivitäten wieder auf; die breite Öffentlichkeit wandte sich allerdings gegen die Organisation und wollte sie abschaffen. Der Klan erlitt in seiner nationalen Hochburg, in Georgia, einen empfindlichen Rückschlag, als Georgia 1947 die Klan-Charta aufhob. Als der stärkste Klanführer der Nachkriegszeit, Samuel Green aus Atlanta (Georgia), starb, löste sich der Klan in zahlreiche unabhängige, miteinander konkurrierende Gruppierungen auf, die oft nicht einmal lange genug bestanden, um auf die Liste subversiver Organisationen gesetzt werden zu können.

4. JÜNGSTE AKTIVITÄTEN  Die Entscheidung des Obersten Gerichts der USA vom 17. Mai 1954, dass Rassentrennung an Schulen verfassungswidrig sei, veranlasste den Klan wieder zu Aktivitäten: Er versuchte, neue Mitglieder zu rekrutieren und Gewalttaten zu verüben, konnte aber weder Übereinstimmung in den eigenen Reihen erzielen, noch in nennenswertem Maße ein Ansteigen von Mitgliederzahlen, Macht oder Ansehen im Süden verbuchen. Die meisten Gegner der Aufhebung der Rassentrennung wandten sich anderen Führern zu, zum Beispiel den „Weißen Bürgerräten" (White Citizens Councils), während die Klans hauptsächlich die Randelemente der Gesellschaft anzogen und mehr eine Status- als eine Widerstandsbewegung blieben.


Als die Bürgerrechtsbewegung Ende der fünfziger Jahre an Stärke gewann und der Widerstand gegen die Integration der Schwarzen im ganzen Süden allmählich schwächer wurde (siehe Afroamerikaner), beschränkte sich der Klan weiterhin auf sture Opposition gegen Bürgerrechtsprogramme, und es ist nicht auszuschließen, dass er in viele Fälle rassistischer Gewalttaten, Einschüchterungen und Repressalien, besonders Bombenattentate, verwickelt war. Nach der Verabschiedung des US-Bürgerrechtsgesetzes von 1964 verzeichnete der Klan einen merklichen Zuwachs an Mitgliedern und hatte 1965 wieder schätzungsweise 40 000 Mitglieder.

Bis Mitte der siebziger Jahre hatte der Klan im Süden sein Ansehen etwas aufgebessert. Klanführer bewarben sich dort um öffentliche Ämter und konnten eine beträchtliche Anzahl der Stimmen gewinnen. Es gab ungefähr 15 einzelne Organisationen, u. a. die „Ritter des Ku Klux Klan" (Knights of the Ku Klux Klan), die „Vereinigten Klans von Amerika" (United Klans of America) und den „Nationalen Klan" (National Klan). Ende der siebziger Jahre lebten die Gewalttätigkeiten des Klans wieder auf. 1980 wurde in Toronto (Kanada) ein Büro des Klans eröffnet. Ende der achtziger Jahre hatten alle Einzelorganisationen zusammen rund 5 000 Mitglieder. Ein ehemaliger Großer Hexenmeister des Klans, David Duke, wurde 1989 in das Repräsentantenhaus von Louisiana gewählt und kandidierte 1991 erfolglos für das Gouverneursamt von Louisiana.

Seit 1995 bekämpft der Ku Klux Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden, bis Ende 1996 wurden mehr als 160 Kirchen meist schwarzer Gemeinden durch Brandanschläge des Klans oder aus dessen rassistischem Umfeld zerstörrt.

28.1.07 09:04
 


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