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Hoffnungsträger Hitzfeld zurück beim FCB

 



 

 

 

Es war kein schöner Tag am Donnerstag in München. Es war nasskalt, leichter Nieselregen fiel vom dunkelgrauen Himmel. Kurzum: es war einfach furchtbar ungemütlich. Uli Hoeneß konnte dies nichts anhaben. Als der Bayern-Manager am Mittag den noch nie zuvor so vollen Presseraum an der Säbener Straße betrat, ging buchstäblich die Sonne auf - so strahlte Hoeneß in die Menge.

Der Grund für des Managers Wohlbefinden stand direkt neben ihm auf dem Podium: Ottmar Hitzfeld. „Ich freue mich sehr, heute unseren Ottmar Hitzfeld vorstellen zu können“, sagte Hoeneß. „Ich habe das Gefühl, dass ich nie weg war. Ich bin hier zuhause“, erklärte Hitzfeld wenig später. Auch ihm konnte man die Freude im Gesicht deutlich ablesen.

Meisterschaft nur ein Traum?

Ottmar Hitzfeld ist zurück beim FC Bayern, und mit ihm die Zuversicht, „diese sehr schwierige Saison doch noch zu einem guten Ende zu bringen“, wie Hoeneß betonte. „Man spürt plötzlich, dass man aus einer fast aussichtslosen Situation noch was reißen kann. Wenn wir jetzt alle ganz eng zusammenarbeiten, ist alles möglich“, meinte er. Hoeneß sprach vom „Traumziel Meisterschaft“.

Nach dem 0:0 am Dienstagabend gegen den VfL Bochum hatten Hoeneß und seine Vorstandskollegen Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner sogar das Minimalziel Platz drei und die damit verbundene Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation in akuter Gefahr gesehen. Felix Magath wurde entlassen, und mit Ottmar Hitzfeld ausgerechnet Magaths Vorgänger zu dessen Nachfolger gemacht.

Der Reiz, das Unmögliche zu schaffen

Und der „General“ blies gleich in seiner ersten Pressekonferenz zur Attacke. „Ich werde den Spielern klar machen, dass wir nach wie vor darum kämpfen, Deutscher Meister zu werden“, sagte Hitzfeld. Acht Punkte beträgt der Rückstand derzeit auf die beiden Spitzenteams Werder Bremen und FC Schalke 04. Genau darin sieht Hitzfeld aber den Reiz seiner Arbeit, „etwas Unmögliches zu schaffen und noch einmal mit Bayern Deutscher Meister zu werden.“

Vier Mal war ihm das in seiner ersten Amtszeit von 1998 bis 2004 mit dem Klub von der Säbener Straße gelungen, ehe er „ausgebrannt und müde“ (Hoeneß nach der Saison 2003/04 sein Amt als Bayern-Coach aufgeben musste. Seitdem schlug Hitzfeld jedes Angebot von anderen Vereinen sofort aus, nur als Borussia Dortmund im Winter nachfragte, habe er mal zwei Tage darüber nachgedacht, „doch es wäre nicht so reizvoll gewesen, von Platz neun auf Platz fünf zu kommen.“

Harte Arbeit ist angesagt

Als nun am Mittwoch der Anruf von Uli Hoeneß kam, habe er innerhalb weniger Sekunden zugesagt. „Da gab es nicht viel zu überlegen. Es ist nach wie vor ein Reiz und eine Ehre, bei einem der besten Klubs in Europa zu arbeiten.“ Auch dass der FCB noch in der Champions League vertreten ist und im Achtelfinale auf Real Madrid trifft, war für Hitzfeld ein Argument pro Bayern gewesen. „Ich hatte nach meinem Abschied nie Groll gehegt.“

Die Vergangenheit sei sowieso abgehakt, betonte Hitzfeld. „Wir haben hier einen Neuanfang für alle.“ In Einzelgesprächen mit den Leistungsträgern möchte er sich ein Bild von der Stimmung in der Mannschaft machen. „Mir hat nicht gefallen, dass die Spieler zuletzt nicht mehr die Spielfreude gezeigt haben. Aber nur über Willen und Leidenschaft kann man Leistung bringen.“ Gemeinsam mit seinem Asisstenten Michael Henke und Physio-Trainer Oliver Schmidtlein will er im Training die Grundlagen für den Erfolg legen. „Erst mal ist harte Arbeit angesagt“, so Hitzfeld.

Hitzfeld denkt nur bis Ende Juni

Bis zum Saisonende ist das Engagement von Hitzfeld beim FC Bayern befristet. „Ich möchte eigentlich nur die nächsten vier, fünf Monate zusagen. Dann gehe ich davon aus, dass Bayern einen anderen Trainer präsentieren wird“, denkt Hitzfeld derzeit auch noch nicht über den 30. Juni hinaus.

Hoeneß schloss dagegen eine längere Zusammenarbeit nicht aus: „Es wäre bescheuert, wenn wir fünf Spiele hintereinander gewinnen und sagen, der Ottmar hört auf.“ Man wolle alles auf sich zukommen lassen. „Wir werden so eng zusammen arbeiten, dass wir oft genug die Gelegenheit haben werden, über diese Dinge zu sprechen“, sagte Hoeneß - und strahlte noch immer.

1.2.07 16:17
 


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